CO2-Emissionen sinken!


Der Kampf gegen den Klimawandel ist aussichtslos, steigende Emissionen sind ein Naturgesetz? Von wegen. 2015 dürften die Emissionen erstmals seit Beginn der Industrialisierung gesunken sein, während die Weltwirtschaft gewachsen ist.

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China handelt

Der Richtungswechsel bei den CO2-Emissionen hat verschiedene Gründe, und China ist ein wichtiger davon. Das Land spürt heute schon, was der Klimawandel bringt: Trockenheit und Dürren da, Stürme und Fluten dort. Zudem nimmt die Bevölkerung die von der Kohle verdreckte Luft nicht mehr einfach hin. Das hat politische Folgen: Endlich hat sich auch China international zu Klimaschutz verpflichtet. Und zu Hause geht es mit dem Kampf gegen Energieverschwendung und dem Ausbau der erneuerbaren Energien teilweise schneller vorwärts als in der Schweiz. So produziert China pro Kopf ein Vielfaches an Windenergie. Der Kohle-Verbrauch – Chinas mit Abstand wichtigste CO2-Quelle – dürfte inzwischen im Sinkflug sein.


Mein BildIn China nimmt die Bevölkerung die von der Kohle verdreckte Luft nicht mehr einfach hin. © Fotolia

Pioniere vs. Riesen

Auch beim zweiten ganz grossen CO2-Produzenten USA ist viel in Bewegung: Präsident Obama schliesst mit seinem Clean Power Plan die schmutzigen Kohlekraftwerke, und die Solarindustrie bietet schon mehr Jobs als die Kohleindustrie. Die Riesen bewegen sich also, und die Pioniere erst recht: Schweden schafft gerade die Ölheizungen ab und will bis 2040 die CO2-Emissionen um 85% reduzieren. Der Rest wird mit Projekten in anderen Ländern kompensiert. Zum Vergleich: Die Schweiz will bis 2030 gerade Mal 30% reduzieren.

5 Billionen Subventionen für Fossile

Doch sinken die globalen CO2-Emissionen damit schnell genug? Ganz und gar nicht. Denn was sich Pionier Schweden vorgenommen hat, müssten alle Industriestaaten tun, wenn wir gefährlichen Klimawandel von über 1.5 oder auch nur schon 2 Grad verhindern wollen. Davon sind wir noch weit entfernt, doch das macht Hoffnung:

Die Emissionen sinken bereits, obwohl die Staaten Kohle, Erdgas und –öl immer noch mit unglaublichen 5‘000‘000 Millionen Dollar pro Jahr subventionieren, wie der Internationale Währungsfonds ausgerechnet hat. Wenn die Staaten aus Spargründen Subventionen abbauen und gleichzeitig Verursacher von CO2-Ausstoss endlich für die von ihnen verursachten Folgen des Klimawandels bezahlen müssen, ist ein entscheidender Schritt gemacht.

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Keine Alles-oder-Nichts-Frage

Neue Kraftwerke werden immer seltener mit fossilen Energien und immer häufiger mit erneuerbaren betrieben – oft ganz einfach, weil es sauberer und günstiger ist. „Die fossilen Energien haben das Rennen verloren“, titelte kürzlich der Finanz-Informationsdienst Bloomberg (siehe auch «Sonnige Zukunft» ).

Hoher Komfort heisst nicht mehr hoher Energieverbrauch. Ein neues Gebäude mit Isolation nach Vorschrift braucht heute sechs Mal weniger Heizenergie als ein vergleichbares Gebäude in den 70er Jahren. Bei vielen Geräten ist die Entwicklung vergleichbar.

Was auch immer passiert: Klimaschutz ist keine „Alles-oder-Nichts-Frage". Jedes Zehntel-Grad Erwärmung weniger bedeutet weniger Meeresspiegel-Anstieg, weniger Stürme und Dürren, weniger zerrissene Ökosysteme und gefährdete Arten, weniger gefährliche Kippeffekte im Klimasystem. Ganz abgesehen davon, dass der Abschied von den fossilen Energien für Gesundheit, Sicherheit und Portemonnaie ohnehin gut ist. Klimaschutz ist in jedem Fall ein Gewinn.


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