Von der Energieschleuder zum Kraftwerk


Wird heute ein neues Haus gebaut, braucht es zum Heizen allerhöchstens einen Sechstel so viel Energie wie ein vergleichbarer Neubau in den 70er Jahren. Die besten Gebäude produzieren unter dem Strich sogar mehr Energie, als sie und ihre Bewohner verbrauchen.

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Altes Chalet neu belebt

So hat es beispielsweise Familie Walder-Wyss mit ihrem 60-jährigen Chalet in Schluein (GR) gemacht, das von der unauffälligen, ins Dach integrierten Solaranlage abgesehen genau so aussieht wie zuvor. Nur produziert das Haus heute 50% mehr Energie, als es benötigt. Nicht von ungefähr: Drinnen sind die Wände besser gedämmt, das ganze Dach produziert Strom und Wärme, im Keller arbeitet eine Wärmepumpe und im ganzen Haus sind effiziente Geräte im Einsatz.


Mein BildDas Chalet der Familie Walder-Wyss vor (klein) und nach der Sanierung. © Solaragentur

Ohne Dachflächen

Ein grosses Dach für viel Sonnenenergie hilft, aber es geht auch ohne: Der Palazzo positivo in Chiasso ist ein achtstöckiger Wohnblock mit 19 Wohnungen und er wurde 2013 nach dem Minergie-P-Standard saniert. Seither braucht er nur noch einen Zehntel so viel Energie wie vorher. Und die kommt vollständig vom Dach und der Fassade.


Mein BildBeim Palazzo positivo in Chiasso erzeugen Panels auf der Fassade die Energie. © Solaragentur

Liefert fünf Mal mehr Energie

Noch eindrücklichere Werte schaffen Neubauten: Auf über 1100 Metern über Meer liefert die Solaranlage des Wohn- und Geschäftshauses Siber in Sörenberg (LU) fast fünf Mal so viel Energie, wie es selber braucht.


Mein BildGeschäftshaus Siber in Sörenberg. © Solaragentur

Schon in den 80er-Jahren möglich

Dass sich Häuser ganz allein mit der Kraft der Sonne heizen lassen, ist keine neue Erfahrung. Schon in den 80er-Jahren hat Solarpionier Josef Jenni bei Burgdorf ein Solarhaus mit völlig unabhängiger Solar-Heizung und einem grossen Speichertank gebaut. Das System lieferte von Anfang an mehr Energie als nötig, was Jenni zu Demonstrationszwecken nutzte: Mitten im Winter heizte das Gebäude gleich noch ein Schwimmbecken im Garten mit. Vom Pool aus erklärte Jenni dann, wie die Solarheizung funktioniert. Seither hat er mehrere Ein- und Mehrfamilienhäuser nach dem gleichen Prinzip gebaut.






Noch sind die Gebäude die grösste CO2-Quelle in der Schweiz. Noch sind Plusenergiehäuser seltene Ausnahmen. Immerhin werden dank Energiewende pro Jahr inzwischen jedes Jahr ein Prozent aller Gebäude energetisch saniert. Das ist schon doppelt so viel wie noch vor wenigen Jahren. Doch auch so dauert es noch 100 Jahre, bis alle alten Häuser zumindest keine Energieschleudern mehr sind. Das ist zu lang. Aber genau dafür bringen wir ja die Energiewende in Schwung: Damit die guten Beispiele nicht mehr bloss Beispiele sind, sondern Standard.


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